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SCHLOSSPARK THEATER BERLIN STEGLITZ:

Dieter Hallervorden mit den Zeitzeugen, dem Ehepaar Engel.
DAMALS WAR´S: ALS MAN "SCHLOßPARK-THEATER" NOCH MIT ß SCHRIEB...
Am 12. Mai 2011 feierte das Theater seinen 90. Geburtstag. In diesem Alter spricht man gerne von Früher:
Als 1804 erbautes Wirtschaftsgebäude des benachbarten Gutshauses Steglitz eher in einer Nebenrolle,
bekam das Haus1921 seine erste Hauptrolle mit dem nachrtäglichen Anbau des Säulenganges zugeteilt:
Unter Paul Henckels Regie trat es mit Shakespeares "Timon von Athen" in die große Welt des Schauspiels,
der unvergessenen Regisseure und Schauspieler.
Es avancierte zum Staatstheater und erwarb Ruhm und Ehre ab 1945 unter Boleslav Barlog, dessen Bronzekopf
noch heute die Champagnerhalle des Theaters genau zu beobachten scheint. Namen wie Martin Held oder
Marianne Hoppe lockten das Publikum ebenso wie Ilja Richter oder Hildegart Knef, die hier ihre ersten
Bühnenschritte taten.
Die Theaterzeiten wurden härter, die einzigartige Holzdecke des Foyers mit süddeutscher Bauernmalerei und
Trinksprüchen spachtelte man mit schwarzer Farbe zu, Restauratorin Nina Vladi bekam beim Abbeizen der Farbe
in den 80ern Beize ins Auge, was ihr bis heute in Erinnerung blieb...
Als Privattheater sah das Haus unsicheren Tagen entgegen.
2009 nahte die Rettung in Person des alten Theaterhasen Dieter Hallervorden: "Von nun an ging´s bergauf",
wenn auch mit nicht immer leichten Schritten, bedingt durch heiße Sommer und ein Berliner
Veranstaltungsüberangebot.
Zwei, die es beurteilen können, gratulierten nun: Das Lichterfelder Rentner-Ehepaar Engel
ließ beim von der Autorin arrangierten Treffen mit Hausherrn Dieter Hallervorden Erinnerungen an frühe
Theatertage wach werden. Hans-Söhnker-Fan Erich Engel erzählt:
"Nach dem Krieg lechzte man nach Unterhaltung und frohen Stücken. Wir haben den "Regenmacher"
und "Ein Mädchen vom Lande" mit der Hoppe und diesem einmaligen Staatsschauspieler Söhnker hier im
Haus in uns aufgesogen!"
Und seine Frau ergänzt: "10 Mark pro Karte waren damals eine Menge Geld." - Sie reicht Hallervorden
erste Zeitungsausschnitte und Kritiken dieser Jahre, die der ehrfürchtig studiert. Der Theatermann erinnert
sich gut an die Zeiten des traditionsreichen Theaters,
in denen es bis ins Ausland hin zu Simon Beckett ein hohes Renommee genoss.
Er ist stolz darauf, dass nun sein dreizehnjähriger Sohn Johannes seine ersten Schauspielerfahrungen
an diesem Haus macht und erzählt nicht ohne Stolz: "Wenn wir spät nach der Vorstellung auf die Autobahn fahren,
kann man das Theater noch eine Weile sehen: Johannes winkt dann meist mit einem leisen "Tschüss,
Theaterchen!" zurück."
Auch wenn man "Schlosspark-Theater" heute mit "ss" schreibt: Man darf hoffen, dass der Namenszug
noch lange an dem Traditionshaus für niveauvolles Sprechtheater und zeitgemäße Stücke stehen bleibt!
TEXT/FOTO: TextLade Lorenz / Bäke Courier Mai 2011
ACHTERBAHN mit sichrem Halt
Robert Atzorn: Angekommen
Jungenhaft stürmt er ins Foyer des Schlosspark Theaters: Robert Atzorn, den man als "Lehrer Specht" ebenso gerne wie als "Kapitän" in seine Filmfreizeit lässt. Am 2. Februar 2011 wird er 66, eine Schnapszahl, bei der er den Schnaps weglässt. - Schließlich hat er auch so allen Grund, fröhlich und ausgeglichen zu sein. Ist die Rückkehr auf die Bühne nach beinahe 30 Jahren ein Geschenk an sich selbst? Atzorn ist ehrlich: "Das ging nicht von mir aus, aber da passte alles"; Hallervorden fragte per Brief nach, hatte als Frankreich-Theater-Spürhund den richtigen Riecher: Eric Assous´"Les Montagnes Russes", 2004 in Paris mit Alain Delon uraufgeführt, brachte ihn auf die Fährte: Atzorn, der "keinen Klassiker, aber eine anspruchsvolle Komödie" auf der Bühne spielen wollte, griff zu. Spiel-Partnerin und Filmtochter, Lisa Maria Potthoff, hatte er bei Dreharbeiten zu "Zimtstern und Halbmond" kollegial und väterlich lieben gelernt. Übrigens: Die Stück-Übersetzung zu "Achterbahn" stammt von Anita Lochner, Tochter des Dolmetschers Robert H. Lochner, der 1963 Kennedy den Satz "Ich bin ein Berliner" beibrachte. Das Stück: Oberfächlicher, verheirateter Macho nimmt unwissend eigene Tochter zum Liebesabenteuer mit ins traute Heim: Abbild eines ungestümen Atzorns junger Jahre? Inzwischen ist er davon weit entfernt. Ehefrau, Schauspielerin und Tänzerin Angelika Hartung, die er in den 70ern sinniger Weise bei "Aschenbröttel und der Prinz" lieben lernte, hat seine Achterbahn zum Halten gebracht.Vor jeder Vorstellung eine Stunde Yoga, die Stabilität in die Atmung des immer noch von Hause aus schüchternen Darstellers bringt. Die Vorstellung beweist es: Er nölt, tobt, komödiert konditioniert in einer Rolle, die leise Zwischentöne zulässt, an der Seite seiner nicht weniger überzeugenden Partnerin. Neben der Ehefrau ist da privat die Verbindung zu den Chumash-Indianern, die ihm und seiner Familie so viel bedeuten: Da sind 1992/93/94 die Besuche in Kalifornien mit seinen damals 9- und 12jährigen Söhnen, die begeistert das Feuermachen von den Indianern lernen und begreifen, dass bis zur 7. Generation weitsichtig vorausgedacht werden kann. Atzorn hat ebenfalls begriffen: Er engagiert sich für UNICEF, versucht, in Respekt zur Natur zu leben. Er "bemüht sich, die Haftung zum Boden nicht zu verlieren." Man spürt dies bis ins Theater-Foyer. Atzorn stürmt los, in der Tür verrät er: "Hallervorden und ich sind im Gespräch zu einem weiteren Stück!" Wie lautet doch der letzte Satz in "Achterbahn": "Bist Du glücklich?" - Er ist es. Text/Foto: BäkeCourier 2/2011 Jacqueline Lorenz
Foto: DERDEHMEL Michael Schanze und Hans-Peter Korff im Schlosspark-Theater
Foto: TextLade Glücklich nach erfolgreicher Premiere: Michael Schanze
MICHAEL SCHANZE: STRAHLEMANN TRIFFT CHARAKTERFACH
Der Name "Michael Schanze" stand in den 70er Jahren für den netten Jungen von nebenan, der sich ins
Samstagabendprogramm sang und tanzte, der zwischen damaligen Showgrößen wie Peter Alexander oder
Anneliese Rothenberger am Starhimmel erstrahlt, aber auch mit der Fußballelf in Spanien musikalische
WM-Stimmung verbreitete. Aus seiner Musikerfamilie brachte er Talent, von der Münchner Hochschule den
letzten Schliff nach Regie- und Fernsehstudium mit. - Aber da waren auch Fächer wie Psychologie,
deutsche Geschichte und Kommunikationswissenschaften, die er belegte.
- So wundert´s einen kaum, wenn man ihn heute, 63jährig, charmant ergraut, in Charakterrollen auf bekannten
Bühnen erlebt. Die Vielseitigkeit strebte Michael Schanze immer an: "Ich bewunderte schon früh Sammy
Davis Junior. Als Sänger, Schauspieler, Tänzer war er für mich das perfekte Allround-Talent", verrät er, während
Didis Chefmaskenbildner am Schlosspark Theater, Roland Krämer, ihn für seine Rolle in "Halpern und Johnson"
optisch altern lässt. Nein, in Klischees wollte er noch nie gezwängt werden, während seiner Fernsehzeit reizten
Theaterangebote von Jürgen Wölffer bereits in den Siebzigern. Doch Beides ließ sich zeitlich nicht verbinden.
Jahre später gelang das dann doch im "Theater am Kurfürstendamm". Salzburg, Stuttgart, München:
Heute Bühnen, auf denen Schanze bewiesen hat, was er schauspielerisch zu leisten vermag. Dass man ihm
kürzlich gar die Rolle des "Argan" in Molíères "Eingebildeten Kranken" anbot, macht ihn stolz.
Sprungbrett ins Charakterfach bot ihm Prof. Dr. Hellmuth Matiasek, Ehemann von Cornelia Froboess, als er
ihn 2007 nach Andechs holte, wo Schanze den Verführer "Gagler" in Carl Orffs "Astutuli" so überzeugend
spielte, dass er von Publikum und Kollegen gleichermaßen bejubelt wurde. - Journalisten zum Trotz, die
diesen Rollenwechsel vom lieben "Kinderquatsch"-Michel zum Menschenverachter vorab als Riesengefahr
für seine Karriere sahen! Auf rotem Handy, derer drei auf dem Schminktisch neben der Kräuterteetasse
liegen, zeigt Schanze Szenenfotos aus "Astutuli". Und wieder ist da dieser Stolz, ganz ohne Überheblichkeit.
Die Wuschelhaare mit Brillantine streng zurückgekämmt, ist er nun schon fast in der Rolle des feisten
cholerischen Kartonagenfabrikanten Halpern, der am Grab seinen Frau deren früheren Geliebten Johnson,
gespielt von Hans-Peter Korff, trifft. Beide so unterschiedliche Hinterbliebene leisten nun gegenseitige
Trauerarbeit, die sie über den Streit in Freundschaft auf der Schlosspark-Bühne zusammenführt.
"Ich, Halpern, bin unbeherrscht, aber nicht unsympatisch", nimmt Schanze seine Rolle in Schutz, mit der er
eine Stunde vor Vorstellungsbeginn nun verschmolzen ist. Diese Rolle, für die er sogar nach Berlin gelaufen
wäre, um sie zu bekommen!
- Das Laufen blieb ihm zum Glück erspart nach seiner Knieoperation als Folge eines Skiunfalls.
Überhaupt, Schanze und der Sport: Das Titelblatt einer frühen Fernsehzeitung zeigte sein Bild, auf dem er
die Utensilien aller Sportarten am Körper trug, die er ausübte: Vom Segeln über Mountainbike zum Fußball
fehlte da keine Disziplin. Verständlich, dass man ihm ´72 die Moderation des Sportstudios anbot, um auch
bei der Damenwelt für diesen samstäglichen Programmpunkt etwas mehr Interesse zu wecken! Schade, dass
ein eifriger Unterhaltungschef dies zu verhindern wusste. Michael Schanze etwas wehmütig: "Ich hätte das
gerne gemacht. Aber es war komisch: Als die Moderation zur Debatte stand, wurden die von mir ausgeübten
Sportarten plötzlich für mich selbst zur Pflicht, die vorher Kür waren." Und so trauert er der damals vergebenen
Chance heute kaum noch nach, könnte sich eine Moderation im Sport-Bereich als "Zukunftsmusik" für sich
jedoch durchaus vorstellen!
Eine reizvolle Theater-Rolle erwartet in aber erst einmal nach Berlin: In München spielt er in 60 Aufführungen
der französischen 2-Personen-Komödie "Vier linke Hände" an der Seite von Dominique Lorenz einen
konservativen Junggesellen, geht anschließend damit auf Tournee. Man darf gespannt sein!
BÄKE COURIER Juni 2010 / J. Lorenz
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Stadtblatt-Verlag 2008
Spannung lag über der Einkaufsstraße. Der neue Thriller um Liebe
Adventslesung des Herzzentrum Berlin im Spiegelsaal Hotel Kempinski
„Plötzlich und unerwartet“ trifft uns die Pflicht, Mitgefühl Text Jacqueline Lorenz, TextLade Lorenz:
Belesen durch VorlesenIm Rahmen des 5. bundesweiten Vorlesetages hatten sich Eltern, Erzieher und Mediatoren des Bezirkes
Die Schüler durften in den Tagen davor ein Buch wählen, aus dem während einer Schulstunde die fleißigen
Nicht nur beliebte Titel von den Bestsellerlisten der Kids wurden gewählt, auch Bücher weniger bekannter
Wie wichtig dieser Tag für die Entwicklung der jugendlichen Leser ist, wurde immer wieder deutlich: Die
Während einige bereits vom Elternhaus an Vorlesen herangeführte Schüler deutlich höhere Fähigkeiten
- Sicherlich war dafür auch das kurz nach Vorlese-Beginn einsetzende erste Schneetreiben des Jahres
Positiv beurteilte die Mehrzahl der Vorleser – unter ihnen der Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt –
Schulleiterin Angelika Hipp: "Wir werden durch weitere Projekte das Interesse der Schüler in diese Richtung
die ihren Kindern Bücher immerhin schon aufschlagen. - Lesen werden sie diese dann später selber!"
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